In Bangladesch besteht
eine offizielle Schulpflicht. Das öffentliche Schulsystem bietet aber zu
wenige Plätze an, damit alle (von denen die überhaupt gehen können) einen
solchen haben können.
NGO's und Privatschulen ergänzen das Angebot, fast immer kostenpflichtig.
Die Einschulungsraten soll deren 90% betragen, gemessen an der Menge von
Kindern also noch eine hohe Zahl an solchen, die nicht einmal mit der
Schule anfangen können.
Dazu kommen die vielen Kinder, welche die Schule vorzeitig abbrechen.
Vielen Familien ist es
nicht möglich alle Kinder in die Schule zu schicken. Oft ist es erst das
2. oder 3. Kind das gehen kann. Die Älteren helfen mit den Unterhalt der
Familie zu gewährleisten. Wenn es nicht für alle reicht, sind es meist
zuerst die Mädchen, die das Nachsehen haben.
Jeweils im Januar muss man ein Kind für da folgende Jahr einschreiben
(Schuljahr Januar bis Dezember). Kann das nicht gemacht werden, kann im
Normalfall 1 Jahr nicht in die Schule gegangen werden.
Es gibt zwar an vielen Orten Schulen des Staates, die
aber weder alle Gebiete noch die benötigte Anzahl Plätze abdecken. Der
grösste Teil geht in private oder NGO Schulen, die zum Teil unter der Leitung von
Missionswerken oder sonst religiös unterstützt und geleitet werden. Dabei gibt es Schulen,
in denen die Religion eine gewichtige Rolle spielt.
Allerdings gibt es
auch deren, die völlig frei von missionarischen Tätigkeiten sind, auch
wenn Kirchen dahinter stehen, oder denen Private vorstehen. Für unsere
Patenkinder suche ich jeweils Plätze an solchen Schulen.
Für Mädchen ab der 6. Klasse werden die monatlichen Schulgebühren vom
Staat übernommen, wenn es die Einschreibegebühren bezahlt hat, sie in
der gleichen Schule weiter macht (sonst dauert es wieder ein Jahr) und
der Punktestand des letzten Zeugnisses über 45% der möglichen Punkte
liegt.
Zu bezahlen sind: Einschreibegebühren, Monatliche
Schulgebühren, Zwischen und Endexamen des jeweiligen Schuljahres, die
Schulkleidung, einige bis alle Bücher, ab der 6 Klasse alle Bücher,
Papier, Schreibzeug usw.
Die Gebühren rund um die Schule der
Kinder kosten z.B. (je nach Qualität der Schule etwas mehr oder weniger,
dies sind Durchschnittswerte) :
5. Klasse 134.-Fr. / Jahr, 6. Klasse 165.- Fr. / Jahr, 10. Klasse 197.-
Fr. / Jahr, College 275.- Fr./ Jahr. (bei 62 Taka pro 1.- Franken, Januar 2008).
Aktuell umrechnen können Sie es z.B. hier.
Dazu kommen im Projekt Medikamente für die Kinder und Familienangehörige,
Reparaturen an Häusern, sowie vor allem bei meinem Besuch und
zwischendurch einzelne Hilfen für andere Kinder, die bisher nicht regelmässig in den Genuss kamen oder nur vorübergehend Hilfe brauchten
(z.B. Spitalaufenthalt).
Ich habe, alle Ausgaben für oben
erwähnte Kosten, rein für Hilfe, ohne Reisekosten, ohne Kosten meines
Freundes 2007 total rund 4'000 Franken überwiesen und vor Ort bezahlt,
durchschnittlich pro Kind und Monat rund 28 Franken.
Alleine bei meinem Besuch 07/08 konnte ich noch Schulgebühren, z. Teil nur
Einschreibgebühren bis Jahresgebühren und Schuldress für über 335
Franken an zusätzliche 15 Kinder bezahlt.
Situation der Schüler / Schule
Da Klassen mit mehr als 40 Kinder nicht selten sind, ich habe solche
mit etwa 80 Kindern gesehen in denen die Lehrer keine Zeit haben sich um einzelne
Schüler zu kümmern wie es hier üblich ist (es funktioniert eher wie hier
in der Uni, wo jeder selber schauen muss was er sich notiert und dann
lernen kann). Die Schulzimmer werden je nach Schule
sogar im Schichtbetrieb genutzt.
Es
ist nötig und üblich, das ein Kind Stützhilfe
(Nachhilfe) hat, was nicht kostenlos ist und meist zu den
Schulkosten dazu kommt (Neueste Zahlen haben
ergeben, das auch in der Schweiz über 60% der Kinder in den Genuss von
Nachhilfe kommen). Oft verdienen sich
in Bangladesch ältere Schüler, Studenten oder sogar Lehrer ein Zubrot damit. Zu viele
der Schüler können sich das aber nicht leisten und entsprechend fallen
die Tests aus oder Kinder verlassen aus Kostengründen vorzeitig die
Schule. Wenn Geld schon knapp ist werden meist zuerst die Söhne
geschickt.
Besuch in der T.A. Faruque Schule
Bei den Erwachsenen sollen etwa 54%
der Männer und 32% der Frauen (Durchschnitt also etwa 43%) lesen und
schreiben können. Gemäss amtlichen Angaben sollen es aber bis zu 65% sein.
Es soll in Bangladesch
etwa deren 7 Millionen Kinder geben, die schon arbeiten müssen. Nur dem
kleinsten Teil davon ist es möglich daneben noch die Schule zu besuchen,